Etwas tun, wenn sich nichts mehr ändern lässt
Nach dem Tod eines Menschen gibt es vieles, worauf niemand mehr Einfluss hat. Gerade deshalb kann es guttun, an anderer Stelle selbst etwas tun zu können: Erinnerungen sammeln, etwas gestalten, etwas mitgeben oder gemeinsam etwas entstehen lassen.
Das muss nichts Großes sein. Manchmal ist es ein Brief, eine Blume oder ein Foto. Manchmal entsteht daraus ein ganzer Nachmittag mit Familie und Freunden.
| HERZ |
Fotoalben anschauen · Erinnerungen teilen · Musik hören · Videos ansehen ·
Geschichten erzählen
| MUT |
Sarg oder Urne gestalten · einen Brief schreiben · Blumen selbst arrangieren ·
Erinnerungsstücke schaffen · persönliche Dinge mitgeben
Dem verstorbenen Menschen noch einmal ganz nah sein – und selbst etwas tun können.
Tun kann ganz unterschiedlich aussehen
Nicht jeder Mensch möchte in dieser Zeit gestalten oder kreativ werden. Und niemand muss einen Sarg bemalen oder eine Urne selbst bauen. Trost im Tun kann sehr viel leiser sein.
Vielleicht schauen Sie gemeinsam alte Fotos an. Sie suchen Musik aus, schreiben ein paar persönliche Worte, pflücken Blumen aus dem Garten oder überlegen, was dem verstorbenen Menschen noch mitgegeben werden soll.
Entscheidend ist nicht, wie viel Sie tun. Sondern ob es sich für Sie richtig anfühlt.
Manchmal wird daraus ein gemeinsamer Nachmittag
Ich erlebe immer wieder, dass Familien und Freunde zusammenkommen und aus dem Gestalten ganz nebenbei etwas anderes entsteht: Es werden Geschichten erzählt, Erinnerungen ausgetauscht, Fotos herumgereicht, es wird geweint und manchmal auch sehr viel gelacht.
Vielleicht steht dabei der noch schlichte Sarg in der Mitte und jeder hinterlässt darauf etwas – einen Satz, eine Zeichnung, einen Gruß oder einfach seinen Namen. Vielleicht wird gemeinsam eine Urne gestaltet. Und plötzlich erzählt das, was dort entsteht, sehr viel von dem Menschen, um den es geht.
Etwas mitgeben, das bleibt
Manche Angehörige schreiben Briefe oder legen Fotos, Zeichnungen und kleine persönliche Dinge mit in den Sarg. Andere bemalen Steine, die später an der Grabstelle ihren Platz finden.
Aus Kleidungsstücken kann etwas Neues entstehen. Blumen aus dem eigenen Garten können Teil des Abschieds werden. Kinder können malen, schreiben oder etwas basteln. Es gibt viele Möglichkeiten – und oft entwickeln sich die schönsten Ideen erst im Tun.
Es darf auch unfertig sein
Dabei muss nichts perfekt aussehen. Ein handgeschriebener Satz darf krumm sein, eine bemalte Urne muss kein Kunstwerk werden und ein selbst gebundener Blumenstrauß darf genau so aussehen, wie er eben aussieht.
Der Wert liegt nicht darin, etwas besonders Schönes herzustellen. Der Wert liegt darin, dass jemand es getan hat.
Und wenn Sie nichts tun möchten?
Dann ist auch das völlig in Ordnung. Nicht jeder Mensch findet Trost im Gestalten. Manche möchten Entscheidungen lieber abgeben, andere brauchen Abstand oder haben schlicht keine Kraft dafür.
Ich zeige Ihnen Möglichkeiten – Sie entscheiden, was davon zu Ihnen passt. Es gibt kein Programm, das abgearbeitet werden muss.
Manchmal liegt Trost genau darin
Der Verlust wird durch all das nicht kleiner. Aber in einer Zeit, in der vieles nicht mehr verändert werden kann, kann es einen Unterschied machen, noch etwas tun zu können.
Eine letzte Geste. Etwas gemeinsam Geschaffenes. Etwas, das später erinnert an: Das haben wir noch für ihn gemacht. Oder: Das war genau ihres.
Trost liegt manchmal genau im Tun.
